Aktuelles Vereinswappen

Im Hintergrund läuft eine Festzeltaufnahme unserer musikalische Geschichte "Thema In Es"

1960

2014

54 Jahre

1. Fanfarenzug Goldstadt Pforzheim e. V.

Fanfarenruf, Fanfarenklänge - sie waren stets die Ankündigung festlicher Ereignisse. Trotz aller Nüchternheit unserer geschäftigen Gegenwart erfreut sich auch der moderne Mensch an den eindringlichen Klängen dieser blitzenden Instrumente, die einen letzten Funken der Romantik aus einer vergangenen, geruhsamen Zeit herübergerettet haben.

Der 1. Fanfarenzug Goldstadt Pforzheim e. V. dient in erster Linie der Erhaltung und Pflege der althergebrachten Fanfarenmusik, die in der Zunft der Feldtrompeter und Heerpauker ihren Ursprung hat. Er stellt sich in den Dienst der Allgemeinheit und trägt zu allen Veranstaltungen in Pforzheim bei, zu denen seine Teilnahme wesentlich erscheint. Darüber hinaus wird der Fanfarenzug auch außerhalb seines Sitzes die Farben der Goldstadt vertreten. So steht es in der Satzung vom 30. November 1960, und somit konnte der Verein im Jahre 2005 auf sein fünfundvierzigjähriges Bestehen zurückblicken.

Die Gründung erfolgte am 13. Oktober 1960 durch elf Kameraden: Herbert Birlinger, Manfred Bonnet, Manfred Bürkle, Knut Krasse, Rolf Kunzmann, Hans Lieb, Willy Roth, Joachim Schmid, Alfred Trautz, Willy Trautz, Manfred Winkler, die sich der Fanfarenmusik verschrieben haben, an ihrer Spitze der musikalische Leiter Manfred Bonnet. Schon bald war die Gruppe auf dreißig Aktive angewachsen. Bis zur Fertigstellung einer stilechten Montur traten die Fanfarenbläser und Trommler in weißen Hemden und schwarzen Hosen auf, bis eine der spanischen Mode am französischen Hofe des 14. Jahrhundert nachempfundene heraldische blau-weiße Uniform geschaffen wurde, die sofort Anklang fand. Die Anfertigung der schmucken Trachten ist vor allem den Frauen der damaligen Aktiven zu verdanken, welche die Monturen in sehr kurzer Zeit in unermüdlicher Heimarbeit fertig stellten. Ihnen ist der Verein besonders dankbar.

Die Mitglieder des Fanfarenzuges rekrutieren sich aus allen Bevölkerungskreisen und es sind auch Heute noch viele junge Leute dabei, bei denen die Heimatpflege, Kameradschaft und die Freude am Musizieren im Vordergrund steht. Es gehört nach wie vor auch sehr viel Idealismus dazu, die ehrenamtliche Vereinsarbeit, Proben und Auftritte mitzumachen. Der langjährige Vorsitzende und bis zu seinem Tode im Jahr 1995 als Ehrenvorsitzender engagierte Manfred Bonnet brachte seinen Musikanten durch intensives Proben bald auf ein beachtliches Niveau.

Die Ausstattung des Zuges mit geschmackvollen Fanfarentüchern konnte durch Spenden Pforzheimer Geschäftsleute und verschiedener Körperschaften ermöglicht werden. Der Oberbürgermeister stellte aus seinem Verfügungsfonds einen Betrag bereit und sprach seine Anerkennung aus.

Das erste Mal an die Öffentlichkeit trat der Goldstadt-Fanfarenzug am Fastnachtsdienstag 1961. Zu Tausenden säumte die Bevölkerung die Straßen der Pforzheimer Innenstadt und spendete dem Spiel der Bläser und Trommler herzlichen Beifall. Am 1. Juli desselben Jahres erfolgte die Fanfarenzugsweihe im Rahmen des vom "MGV Blumenheck" veranstalteten Wartberg-Heimatfestes. Die kirchliche Weihe fand am 2. Juli 1961 in der Pforzheimer Schlosskirche statt.

Seit dieser Zeit haben sich die blauweißen Herolde bei vielen Gelegenheiten bewährt. Man fand Anerkennung seitens der Bevölkerung, der Industrie und der Stadtverwaltung. Der tatkräftige Einsatz der Aktiven ermöglichte es, die finanziellen Verpflichtungen für Uniformen und Instrumente stufenweise abzubauen. Der Fanfarenzug wurde zu einem Begriff, ja zu einem Aushängeschild der Stadt Pforzheim. Bei Platzkonzerten im Stadtgarten, im Blumenhof, im Reuchlinhaus oder beim alljährlichen Neujahrsblasen auf dem Pforzheimer Marktplatz bereitete man viel Freude. Die Auftritte wurden immer häufiger. Dem Verein gingen immer mehr Einladungen zu Veranstaltungen und Festen im In- und Ausland zu. Es gibt seither in der Saison kaum ein Wochenende, wo der Pforzheimer Fanfarenzug nicht auf seine Weise von der Goldstadt kündet. Ein erster Höhepunkt war die Teilnahme am Rosenmontagszug in Mainz im Jahre 1962. Es folgten Auftritte z.B. beim Cannstatter Volksfest, bei zahlreichen Weinfesten und schon damals beteiligte man sich an den historischen Schäferläufen in Wildberg und Markgröningen, wo der Goldstadt-Fanfarenzug seither in ununterbrochener Reihenfolge immer wieder ein gern gesehener Gast ist.

Auch der europäische Gedanke hatte beim Fanfarenzug von Anfang an Fuß gefasst. Gerade das benachbarte Frankreich wurde alljährlich meist mehrfach besucht, herausgestellt sei der Europäische Karneval in Straßburg, das internationale Hopfenfest in Hagenau, die berühmte Prinzenhochzeit in Bischwiller, das Zuckerfest in Erstein, Karneval in Aix en Provence (Südfrankreich) oder in Chalons sur Saone, das Erbsenfest in Clamart, das große Fest zu Ehren Jean de la Fontaines in Chateau-Thierry (Champagne) und nicht zuletzt das internationale Musik- und Folklorefestival in Angers an der Loire (Westfrankreich) in den Jahren 1979 und 1991. Weitere Höhepunkte in unseren deutsch-französischen Beziehungen sind immer wieder die Treffen im Rahmen der Sportpartnerschaft Pforzheim - St. Maur, die abwechselnd alle zwei Jahre in Pforzheim und Paris stattfinden. Im Jahr 2002, anlässlich des vierzigjährigen Bestehens dieser Partnerschaft, werden wir zum zehnten Mal nach Paris reisen um an diesem Event teilzunehmen. So hat man auf diese Weise eine Vielzahl ausländischer Gruppen kennen gelernt und Freundschaften geschlossen.

Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens fand in der Zeit vom 2.-5. Juli 1971 auf dem Pforzheimer Messplatz ein internationales Musik- und Fanfarenzugtreffen mit großem Programm statt. Zahlreiche Gruppen kamen zu dieser Veranstaltung nach Pforzheim und die Presse war über das Gebotene des Lobes voll.

Einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Goldstadt-Fanfarenzuges brachte dann das Jahr 1979, wo im Frühjahr eine Jugendgruppe gegründet wurde. Die Jüngsten waren zu dieser Zeit gerade mal sieben Jahre alt, doch der Eifer dieser Jugendlichen war so groß, dass sie sich anlässlich des Wartbergfestes, das erstmals vom Goldstadt-Fanfarenzug in Zusammenarbeit mit dem MGV Erheiterung vom 13.-15.Juli 1979 durchgeführt wurde, mit eigenem Spiel und in schmucken Uniformen vorstellen konnten. Bald schon wurden diese Jugendlichen in die Reihen der Aktiven aufgenommen, so dass sich der Fanfarenzug fortan mit ca. 50 Akteuren präsentieren konnte. Immer wieder kam es zu neuen Einladungen, so z.B. aus Rastatt, Heidenheim, Bretten zum traditionellen Peter & Paul - Fest und immer wieder Markgröningen, wo der Fanfarenzug 1984 sogar aus Anlass des 20-jährigen ununterbrochenen Mitwirkens besonders hervorgehoben wurde. Auch aus dem Ausland kamen neue Einladungen, wie aus Girlan (Südtirol) und aus der Republik San Marino.

25 Jahre Goldstadt-Fanfarenzug hieß es 1985, und vom 5.-7. Juli wurde auf dem Pforzheimer Messplatz wie zum 10-Jährigen gefeiert, mit großem Musik- und Fanfarenzugtreffen sowie einem Festumzug durch die Pforzheimer Innenstadt in Richtung Festgelände, wo der Fanfarenzug wieder ein 2000-Mann-Zelt aufgebaut hatte und es dieses Mal sogar selbst bewirtete. Als Gäste und Teilnehmer am Programm bzw. Umzug durften wir folgende Vereine begrüßen:

Musikverein Dillweißenstein, Musikverein Höfen, Musikverein Dürrn, Schwarzwaldverein Brötzingen - Volkstanz, Musikkapelle Girlan / Südtirol, Leutrum-Garde Würm, Spielmannszug Feuerwehr Pforzheim, Fanfarencorps Vorwärts Pforzheim, Fanfarenkorps Blaue Husaren Königsbach, Trompetenkorps Friolzheim, Fanfarenkorps Tiefenbronn, Fanfarenzug Niedernhall mit Stadtgarde, Fanfarenzug Wangen / Allgäu, Fanfarenzug Iffezheim, Fanfarenzug Türkenlouis Rastatt, Fanfarenzug Bad Wimpfen, Hörtelsteiner Herolde, Bad Rappenauer Landjugend-Fanfarengilde Elsenzgau, Fanfarenzug Bad Urach, Fanfarenzug Hirrlingen, Fanfarenzug Schriesheim sowie die Esterhazy Husaren aus der Pforzheimer Garnison.

Zu einer Uraufführung kam es, als der Goldstadt-Fanfarenzug eine musikalische Geschichte über einen Tag in der Landsknechtszeit vortrug mit dem Titel "Thema In Es", erdacht und geschrieben, mit viel Phantasie und einem Schuss von Romantik, gewidmet dem Goldstadt-Fanfarenzug zum 25-jährigen Bestehen, von seinem damaligen musikalischen Leiter und Ehrenvorsitzenden Manfred Bonnet und die wie folgt angekündigt wurde:

Es gibt eine Reihe von typischen Landsknechtsliedern, die fast alle die Geselligkeit in dieser Zeit besingen. So heißt es zum Beispiel im 3. Vers des Liedes "Vom Barette schwingt die Feder" Landsknechtsleben lustig Leben! Dass aber in dieser Zeit alles nur lustig war, ist sicher ein großer Irrtum. Landsknechte waren schließlich in erster Linie eine Söldnertruppe unter Maximilian I. Ausgang des 15. Jahrhunderts und waren auch damals schon für die Sicherheit im Lande eingesetzt.

Und nun zu unserer Geschichte. In der Morgendämmerung eines neuen Tages ist es noch ruhig im Lager, nur die Wachen halten Ausschau, nach Rebellen, die auch damals überall ihr Unwesen trieben. Die langsame Tonfolge der Fanfaren soll die Stille der Frühe zum Ausdruck bringen. Der Tag erwacht und langsam kommt im Lager Leben auf. Plötzlich wird der Feldtrompeter gerufen, denn man hat verdächtige Gestalten erspäht, die sich dem Lager nähern. Er verständigt mit einem Signal die Lager in der Umgebung und schon kommt von dort die Antwort, was bedeutet, dass die Warnung verstanden wurde. Es kommt Leben in die Mannschaften und man hört auch schon von der Ferne das Anrücken der Verstärkung. Von allen Seiten kommen die Fähnlein zum Hauptlager, was in den einzelnen Marschfolgen zum Ausdruck kommen soll. Die Trommeln sollen die Kämpfe darstellen. Dann ist es einmal wieder gelungen, Ruhe und Ordnung wieder herzustellen und der Triumph wird gebührend gefeiert, was in dem feierlichen Marsch zum Ausdruck kommen soll. Jetzt erst kommt natürlich auch die gesellige Seite des Feierns mit den damit verbundenen Trinkgelagen zum Wort, bis dann bei Anbruch der Dämmerung zum Zapfenstreich geblasen wird. Sicher hat der dann in unserer Tonfolge zu hörende Amerikanische Zapfenstreich einen ähnlichen Ursprung. So klingt unsere musikalische Geschichte aus, mit einem großen Finale.

45 Jahre Goldstadt-Fanfarenzug

Am 8. u. 9. Oktober 2005 feierten in der Büchenbronner Bergdorfhalle 20 Fanfarenzüge aus Nah und Fern zusammen mit dem Jubilar das 45. Jahr des Bestehens. An beiden Tagen begann das Spektakel mit einem Sternmarsch durch Büchenbronn, der auf der Festwiese mit einem Massenkonzert endete und den Zuschauern ein farbenprächtiges Bild bot. Nach begeisterndem Bühnenprogramm der Gastvereine endete der 1. Festtag mit einer von DJ Patrick angeführten Geburtstagsparty in der Festhalle. Als die Letzten sich auf den Weg zum Quartier in der Turnhalle machten, kamen die Ersten bereits zum Frühstück wieder zurück. Der Festsonntag endete dann etwas früher, nicht ohne jedoch vorher in der Halle die Gastvereine, nach deren Bühnendarbietung zu verabschieden.

Folgende Vereine feierten mit uns:

Am Samstag:

Fanfarencorps "Landsknechte Halver" - Fanfarencorps "Türkenlouis" Rastatt - Frankfurter Herolde 1995 e. V. Fanfarenzug Markgröningen - Fanfarenzug Rottenburg - 1. Fanfarenzug 1962 e. V. Bruchsal            Fanfarenzug "Tell" Ravensburg e. V. - Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Weiher                        Fanfarenzug "Welfen" Weingarten - Melanchthon Herolde Bretten e. V. - Fanfarenzug Ostrach 1970 e. V. Historischer Fanfarenzug Hirrlingen - KSV Fanfarenzug Schriesheim - Fanfaren-Club Gammertingen e. V.

Am Sonntag:

Fanfarenzug Rottenburg - Fanfarenzug "Tell" Ravensburg e. V. - Fanfarenzug "Welfen" Weingarten Fanfarenzug Ostrach 1970 e. V. - Historischer Fanfarenzug Hirrlingen - KSV Fanfarenzug Schriesheim Fanfaren-Club Gammertingen e. V. - Historischer Fanfarenzug "Ritter Hermann" Weisweil am Rhein    Fanfarenzug Bad Bergzabern 1954 e. V. - Fanfarenzug "Perkeo" Heidelberg 1953 - Fanfarenzug Mühringen    Fanfarenzug "5 Schneeballen" Flehingen-Sickingen

Das Ganze wurde von den Mitgliedern der Goldstadtfanfaren als "echte" Generalprobe für das nächste große Fest bewertet:

50 Jahre 1. Fanfarenzug Goldstadt Pforzheim e. V.

Und am 17. - 18. Juli 2010 war es dann soweit

Wir durften folgende Gäste begrüßen, die uns über die zwei Festtage unterstützten und mitfeierten:

 

Am Samstag zur Festeröffnung und der GoFa-Rockt-Party mit der Pforzheimer Party-Band "Cover Up":

Historischer Fanfarenzug Hirrlingen - KSV Fanfarenzug Schriesheim - Fanfaren-Club Gammertingen e. V.

Fanfarenzug "Perkeo" Heidelberg 1953 - Fanfarenzug Ottheinrich Neuburg/Donau - Fahnenschwinger Rastatt

Historischen Fanfarenzugs der Freiwilligen Feuerwehr Teningen e. V. - Fanfarenzug Osterburken

 

Am Sonntag zum Frühschoppen, Festumzug und Festwiesenkonzert:

Musikverein Dillweißenstein e. V. - Historischer Fanfarenzug Hirrlingen - KSV Fanfarenzug Schriesheim

Fanfarenzug "Perkeo" Heidelberg 1953 - Fanfarenzug Ottheinrich Neuburg/Donau - Leutrum-Garde Würm

Historischen Fanfarenzugs der Freiwilligen Feuerwehr Teningen e. V. - Melanchthon-Herolde Bretten

Fanfarenzug des Musikverein Stadtkapelle Markgröningen e. V.

Fanfarenzug e. V. der Freiwilligen Feuerwehr Herxheim

 

Ein großer Dank geht an folgende befreundete Vereine, die uns über zwei Tage tatkräftig unterstützt haben und ohne die wir diese Veranstaltung nicht hätten durchführen können:

Sportverein Büchenbronn mit den Abteilungen Fußball und Turnen, Karnevalsgesellschaft "Fledermaus" Ersingen, Faschingsgesellschaft "Die Kohlrabiner" Büchenbronn, Faschingsgesellschaft "Belrem-Gilde" Dillweißenstein, Stadtgarde Pforzheim, VDK Büchenbronn.

 

Herzlichen Dank

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Entwurf für das Vereinslogo - 1960